Vergangen: “Gespenster” von Henrik Ibsen

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„Gespenster“

Die Gespenster, um die es hier geht, sind nicht physischer Natur. Es sind „alte, abgestorbene Meinungen aller Art, alte abgestorbene Überzeugungen und ähnliches“ -kurz: fremdes Gedankengut, das sich der Mensch im Laufe seines Lebens angeeignet hat und von dem er sich nie richtig losreißen kann. Frau Alving wird von solchen Gespenstern heimgesucht und versucht sie abzuschütteln, indem sie abseits der Gesellschaft über das Leben und seine Tücken reflektiert und eigene Erkenntnisse gewinnt – doch bei all ihrer Aufgeklärtheit gelingt es ihr nicht sich gänzlich von ihren Gespenstern loszureißen. Als ihr Sohn Osvald nach Jahren aus Paris nach Hause kommt, um den Feierlichkeiten zum zehnten Todestag seines Vaters beizuwohnen, sieht sich Frau Alving erneut von Gespenstern konfrontiert. Um die Ideale ihres Sohnes nicht zu zerstören, sah sie sich dazu verpflichtet, ihrem Sohn die Wahrheit über das tragische Familienleben der Alvings vorzuenthalten. Frau Alving will sich von diesen Gespenstern befreien und so beginnt nach und nach die Fassade zu bröckeln, die sie so mühsam all die Jahre aufrechterhalten hat – und hinter der Fassade erscheint im grellen Sonnenlicht die Wahrheit. Henrik Ibsens „Gespenster“ zählt neben seinen anderen Stücken wie „Nora“ oder „Hedda Gabler“ zu den bedeutendsten Dramen des Naturalismus. Es verarbeitet Themen wie Vererbungstheorie und Emanzipation der Frau; vor allem aber wird die Moral der Gesellschaft hinterfragt und es werden Alternativen zu den gängigen Vorstellungen entworfen. Das macht dieses Stück zeitlos und zu einem beliebten Klassiker auf den Bühnen in der ganzen Welt.

”Gespenster” von Henrik Ibsen

am 04.05., 05.05., 06.05., 11.05. und 12.05.2017

um 20.30 Uhr im großen Saal der KHG

- Eintritt frei