Vergangen: Ödön von Horvath “Glaube Liebe Hoffnung”

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Die Zeiten sind schlecht und sie sollen noch schlechter werden! Trotz aller Ungerechtigkeiten in der Welt, „weil halt die Menschen keine Menschen sind“, beschließt Elisabeth, ihre eigene Leiche zu verkaufen. Von dem Geld will sie einen Wandergewerbeschein bezahlen, den sie zum Geldverdienen und zur Sicherung ihres Lebensunterhalts benötigt. Bei ihrem Versuch zu verhindern, dass ihr Leben „wieder in das Wasser fällt“, sieht sie sich umgeben von „lauter kleinen Paragraphen“, in die sie sich zu verstricken droht. Ödön von Horváths kleiner Totentanz Glaube Liebe Hoffnung verweist in Anlehnung an den ersten Korintherbrief auf die christlichen Tugenden, die ausgerechnet von einer weiblichen Hauptfigur verkörpert werden, die im Blick der Gesellschaft zur Straftäterin wird. Glaube Liebe Hoffnung ist ein Stück über eine starke Frau, die sich selbst verspricht, den Kopf nicht hängen zu lassen. Es ist ein Stück über die Möglichkeit moralischen Handelns in einer Welt ohne echte Beziehungen, über das Verhältnis von Recht und Gerechtigkeit und über die Hoffnung auf Individualität und Autarkie in einem Korsett aus Normen. In diesem Stück, das auf einer wahren Geschichte beruht, kommen die Figuren mit Heiterkeit daher und bleiben ohne jedes Pathos. Es ist diese Leidenschaftslosigkeit, die die wahren Konflikte einer häufig allzu oberflächlichen Welt erst entstehen lässt und sie zugleich verbirgt.

Glaube Liebe Hoffnung ist in der Katholischen Hochschulgemeinde zu sehen am

7., 8., 9., 14. und 15. Juli um 20.30 Uhr. Einlass 20 Uhr.

Der Eintritt ist frei